Aktueller Inhalt vom: 13. Juni 2026

Neue Staatsgebühren ab 1. Juli 2026: RVP, VNJ und Einbürgerung

Russland erhöht ab dem 1. Juli 2026 die staatlichen Gebühren für Aufenthaltsgenehmigungen, Einbürgerung und Visa drastisch. Für viele Ausländer, die in Russland leben oder planen einzuwandern, bedeutet das: Es wird deutlich teurer. Ein RVP, das bisher 1.920 Rubel kostete, schlägt künftig mit 15.000 Rubel zu Buche – eine Steigerung von fast 700 Prozent. Wer eine Einbürgerung anstrebt, muss sich auf 50.000 Rubel einstellen statt bisher 4.200 Rubel.

In diesem Artikel findest du alle neuen Gebühren auf einen Blick – übersichtlich aufbereitet und mit praktischen Hinweisen, was du jetzt tun solltest.

Warum steigen die Gebühren so stark?

Die russische Regierung hat die Staatsgebühren (Gosposhliny) für Migrationsdienstleistungen seit Jahren nicht nennenswert angepasst. Die nun beschlossenen Erhöhungen sollen die Kosten für Verwaltung, Prüfung und Ausstellung der Dokumente realistischer widerspiegeln. Gleichzeitig dienen sie als Steuerungsinstrument: Wer wirklich in Russland leben möchte, soll das ernst meinen – das sendet das Migrationsministerium mit diesen Zahlen klar als Signal.

Für Bestandsinhaber eines RVP oder VNJ ändert sich zunächst nichts – die Gebühren betreffen Neuanträge und Verlängerungen ab dem 1. Juli 2026.

Alle neuen Gebühren im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt alle betroffenen Staatsgebühren im direkten Vergleich:

Dokument / LeistungAlte Gebühr (bis 30.6.2026)Neue Gebühr (ab 1.7.2026)
Temporäre Aufenthaltsgenehmigung (RVP)1.920 ₽15.000 ₽
RVP für Bildungszwecke – RVPO (Studenten)1.920 ₽8.000 ₽
Ersatzdokument für RVP (bei Verlust/Diebstahl)1.920 ₽5.000 ₽
Daueraufenthalt – VNJ Erstausstellung6.000 ₽30.000 ₽
Umtausch VNJ (z.B. bei Namensänderung, Alter)6.000 ₽6.000 ₽ (unverändert)
Ersatz VNJ bei Verlust / Beschädigung6.000 ₽ (neu)
Einbürgerung (russische Staatsbürgerschaft)4.200 ₽50.000 ₽
Einladung zur Einreise nach Russland960 ₽8.000 ₽
Arbeitserlaubnis für Ausländer4.200 ₽5.000 ₽
Beschäftigungsgenehmigung für Migranten (für Firmen, pro Person)12.000 ₽15.000 ₽
Mehrfach-Einreisevisum1.920 ₽6.000 ₽

RVP: Temporäre Aufenthaltsgenehmigung wird fast 8-mal teurer

Das RVP (Razreschenije na Wremennoje Proschiwanie) ist der erste wichtige Schritt auf dem Weg zum dauerhaften Aufenthalt in Russland. Bisher war die Gebühr mit 1.920 Rubel vergleichsweise niedrig – ab Juli kostet allein die Staatsgebühr 15.000 Rubel. Hinzu kommen wie bisher Kosten für Übersetzungen, ärztliche Untersuchungen und eventuelle Agenturgebühren.

Besonders relevant: Wer sein RVP bereits beantragt hat, zahlt noch nach altem Tarif. Wer den Antrag nach dem 1. Juli 2026 stellt, zahlt die neuen Gebühren. Es lohnt sich also, den Antrag jetzt noch zu beschleunigen, sofern alle Unterlagen vorliegen. Wie der RVP-Antrag konkret abläuft, haben wir in unserem RVP-Ratgeber ausführlich beschrieben.

VNJ: Daueraufenthalt kostet jetzt 30.000 Rubel

Das VNJ (Vid na Schitelstwo), also die Niederlassungserlaubnis für Russland, wird bei der Erstausstellung von 6.000 auf 30.000 Rubel verfünffacht. Das ist ein erheblicher Betrag, der vor allem Expats und Langzeit-Migranten trifft, die nach dem RVP den nächsten Schritt gehen möchten.

Interessant: Der reguläre Umtausch des VNJ – etwa bei Ablauf, Namensänderung oder Altersgrenze – bleibt unverändert bei 6.000 Rubel. Wer also bereits ein VNJ besitzt und nur erneuert, zahlt keinen Aufschlag. Auch für den Ersatz bei Verlust oder Beschädigung wird eine neue Gebühr von 6.000 Rubel eingeführt, die bisher nicht existierte.

Einbürgerung: 50.000 Rubel für die russische Staatsbürgerschaft

Die größte Änderung betrifft die Einbürgerung. Wer die russische Staatsbürgerschaft erwerben möchte, zahlt künftig 50.000 Rubel – das ist fast das Zwölffache der bisherigen Gebühr von 4.200 Rubel. Diese Summe entspricht in etwa einem durchschnittlichen Monatslohn in Russland und dürfte für viele Antragsteller eine erhebliche Hürde darstellen.

Wer die Einbürgerung plant, sollte prüfen, ob der Antrag noch vor dem 1. Juli gestellt werden kann. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel mehrere Monate, sodass ein fristgerecht eingereichter Antrag noch zum alten Tarif abgerechnet werden könnte – das sollte jedoch vorab mit der zuständigen Behörde geklärt werden.

Visa und Einladungen: Auch hier deutliche Erhöhungen

Auch für kurzfristigere Aufenthalte steigen die Kosten: Das Mehrfach-Einreisevisum wird von 1.920 auf 6.000 Rubel verteuert, und wer eine offizielle Einladung für die Einreise nach Russland ausstellen lässt, zahlt künftig 8.000 Rubel statt bisher 960 Rubel – eine Verneunfachung. Das betrifft unter anderem Unternehmen, die Geschäftspartner oder Mitarbeiter einladen, sowie Privatpersonen, die Verwandte oder Freunde zu Besuch haben möchten.

Was solltest du jetzt tun?

  • Antrag noch vor dem 1. Juli stellen: Wenn du RVP, VNJ oder Einbürgerung planst und deine Unterlagen bereit sind, lohnt sich eine Beschleunigung. Der eingereichte Antrag wird nach der Gebühr zum Zeitpunkt der Einreichung abgerechnet.
  • Budgetplanung anpassen: Kalkuliere bei allen Migrationskosten die neuen Gebühren ab Juli ein – auch wenn du den Antrag erst später stellst.
  • Arbeitserlaubnisse prüfen: Firmen, die Migranten beschäftigen, sollten die neuen Kosten für Beschäftigungsgenehmigungen in ihre HR-Planung einbeziehen.
  • Beratung einholen: Bei Unsicherheit empfiehlt sich eine Konsultation mit einem auf Migrationsrecht spezialisierten Anwalt oder einer Migrationsbehörde.

Die Gebührenerhöhungen sind beschlossen und kommen – aber wer vorbereitet ist, kann zumindest teilweise noch von den alten Tarifen profitieren. Bleib auf dem Laufenden über alle wichtigen Änderungen rund um das Leben in Russland auf Moya Rossiya.


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