Russland ist kein Land – Russland ist ein Kontinent. Wer von den neoklassizistischen Prachtfassaden St. Petersburgs bis zu den rauchenden Vulkanen Kamtschatkas reist, legt mehr Kilometer zurück als von Lissabon nach Peking. Im Norden schimmern Polarnächte über der sibirischen Tundra, während im Süden die schneebedeckten Gipfel des Kaukasus in den Himmel ragen – ein einziges Land, das elf Zeitzonen und nahezu jede Klimazone der Erde umspannt.
Doch Russland ist weit mehr als bloße Geographie. Es ist das Land Tolstois und Tschaikowskis, der goldenen Zwiebeltürme orthodoxer Kathedralen und jahrhundertealter Holzdörfer, die sich still in endlosen Wäldern verbergen. Wer durch die Eremitage in St. Petersburg wandelt, durch die engen Gassen des alten Moskauer Arbat schlendert oder im Transsibirischen Express durch die Weite Sibiriens gleitet, begreift: Russische Kultur ist keine Fußnote der Weltgeschichte – sie ist eines ihrer bedeutendsten Kapitel.
Für deutschsprachige Reisende und Neugierige ist Russland dabei ein Ziel, das noch immer voller unentdeckter Geschichten und überraschender Facetten steckt. Abseits der großen Metropolen warten Städte wie Kasan, Jekaterinburg oder Wladiwostok mit einer Eigenständigkeit und Tiefe, die kaum ein Reiseführer je erschöpfend erfassen könnte. Genau hier setzt de.moyarossiya.com an: als verlässlicher Begleiter, der Ihnen Russland – seine Regionen, seine Menschen, seine Geschichte – in verständlicher und lebendiger Sprache näherbringt.
Russland in Zahlen
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Administrative Gliederung
Russland ist nicht einfach ein Land – es ist ein Kontinent in einem einzigen Staatsgefüge. Das föderale System gliedert sich in insgesamt 89 Föderationssubjekte, die in verschiedene Kategorien eingeteilt sind. Oblaste (russisch: области) sind die häufigste Form – vergleichbar mit deutschen Bundesländern, jedoch ohne besondere ethnische Selbstverwaltung. Krajs (краи) unterscheiden sich historisch kaum von Oblasten, umfassen aber oft geografisch besonders markante oder grenznah gelegene Großregionen wie den Krasnodar- oder den Chabarowsk-Kraj. Republiken hingegen verfügen über eine eigene Verfassung, ein offizielles Staatssymbol und meist eine zweite Amtssprache – sie spiegeln die ethnische Vielfalt Russlands wider, etwa Tatarstan mit seiner tatarischen Bevölkerung oder Tschetschenien im Nordkaukasus. Eine Sonderrolle nehmen die drei Bundesstädte Moskau, Sankt Petersburg und Sewastopol ein: Sie sind gleichzeitig Stadt und eigenständiges Föderationssubjekt – ähnlich wie Berlin als deutsches Bundesland, jedoch mit weit größerer politischer und wirtschaftlicher Bedeutung.
Was dieses System so faszinierend macht, ist die schiere Bandbreite an Geschichte, Kultur und Geografie, die hinter diesen Verwaltungsgrenzen steckt. Die Republik Sacha (Jakutien) im Nordosten Sibiriens ist mit über drei Millionen Quadratkilometern das flächenmäßig größte Föderationssubjekt der Welt – größer als Indien – und dennoch leben dort weniger als eine Million Menschen, viele von ihnen als indigene Jakuten mit eigener Sprache und Tradition. Im Gegensatz dazu steht das Oblast Moskau, das die Hauptstadt ringförmig umschließt und mit etwa acht Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Regionen Europas zählt. Oder die Republik Dagestan am Kaspischen Meer, wo über 30 verschiedene Volksgruppen und Sprachen auf engstem Raum zusammenleben – ein lebendiges Mosaik, das in Europa seinesgleichen sucht. Diese Vielfalt macht Russland zu einem der spannendsten Reise- und Forschungsziele überhaupt, und genau deshalb lohnt es sich, jede Region als eigene Welt zu entdecken.
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