Eine Pilgerreise zu den heiligen Orten rund um Moskau – nicht als Tourist, sondern als Gast. Mit persönlichem Zugang zu Priestern und Einblick in das gelebte orthodoxe Klosterleben.
Russland gilt weltweit als eines der bedeutendsten Länder der orthodoxen Christenheit – und das nicht ohne Grund. Die Orthodoxie prägt seit über tausend Jahren die russische Kultur, Architektur, Sprache und das gesellschaftliche Leben. Wer Russland wirklich verstehen möchte, kommt an seiner religiösen Geschichte nicht vorbei. Der Begriff Православная Россия – Orthodoxes Russland – beschreibt dabei weniger eine einzelne Institution als vielmehr ein weitverzweigtes Netz aus Klöstern, Kathedralen, Wallfahrtsorten und lebendigen Gemeinden, das sich vom Moskauer Stadtzentrum bis in die entlegensten Winkel des Landes erstreckt.
Die Wurzeln der russischen Orthodoxie reichen bis ins Jahr 988 zurück, als Fürst Wladimir der Große die Taufe der Kiewer Rus einleitete und die byzantinisch-griechische Form des Christentums zur Staatsreligion erhob. Über die Jahrhunderte entwickelten sich wichtige religiöse Zentren: In Moskau entstanden die prachtvollen Kathedralen des Kremls, und die Trojize-Sergijewa Lawra in Sergijew Possad – rund 70 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt – wuchs zu einem der wichtigsten Klöster der gesamten orthodoxen Welt heran. Weniger bekannt, aber ebenso beeindruckend ist das Neu-Jerusalem-Kloster in Istra, das im 17. Jahrhundert als symbolische Nachbildung der Heiligen Stätten Jerusalems angelegt wurde, sowie das Sawwino-Storoschewski-Kloster bei Zwenigorod, eines der ältesten Klöster Russlands mit einer Geschichte, die bis ins Jahr 1398 zurückreicht.
Neben diesen historischen Stätten haben auch neuere Orte religiöse Bedeutung erlangt. Die Hauptkathedrale der Streitkräfte in Kubinka, geweiht im Jahr 2020, verbindet orthodoxe Tradition mit dem Gedenken an russische Militärgeschichte und zieht seither viele Besucher an. Die Bedeutung der Orthodoxie zeigt sich aber auch in den großen Wallfahrtsorten: Diwejewo in der Region Nischni Nowgorod ist eng mit dem verehrten Heiligen Serafim von Sarow verbunden und gilt als einer der meistbesuchten Pilgerziele Russlands. Das Kloster Optina Pustyn in der Nähe von Koselsk war im 19. Jahrhundert geistiges Zentrum der sogenannten Starzen-Bewegung und inspirierte Schriftsteller wie Dostojewski und Tolstoi. Das nahegelegene Frauenkloster Schamordino, gegründet auf Initiative von Optina-Mönchen, beeindruckt noch heute durch seine ungewöhnliche Architektur und ruhige Atmosphäre.
Für deutschsprachige Reisende bietet eine Reise zu den Stätten des orthodoxen Russlands einen authentischen Einblick in eine religiöse und kulturelle Welt, die in Mitteleuropa weitgehend unbekannt geblieben ist. Es geht dabei nicht nur um Kirchenarchitektur oder Geschichte – viele dieser Orte sind bis heute aktive Klöster, in denen das monastische Leben fortgeführt wird. Wer offen und respektvoll reist, wird feststellen, dass orthodoxes Russland kein Museum ist, sondern eine lebendige Tradition, die Millionen Menschen täglich begleitet.
Angelika Karetkina
Angelika Karetkina arbeitet für den orthodoxen Fernsehsender SpasTV und begleitet diese Reise persönlich. Durch ihre Verbindungen werden Sie nicht als bloße Besucher empfangen, sondern als Gäste der örtlichen Priester – mit Einblicken in das gelebte Klosterleben, die Reisenden sonst verschlossen bleiben.


Die Route auf der Karte
Alle 8 Stationen im Überblick – tippe einen Punkt für Details.
Reiseverlauf – Tag für Tag
Moskau – im Herzen der Orthodoxie
Christ-Erlöser-Kathedrale, die Kathedralen des Moskauer Kremls, Roter Platz und ein Spaziergang durch das historische Zentrum.
Sergijew Possad – die Lavra
Fahrt nach Sergijew Possad. Ausführliche Führung durch die Dreifaltigkeits-Sergius-Lavra, das geistliche Herz Russlands. Übernachtung in Sergijew Possad.
Istra & Zwenigorod
Besuch des Neu-Jerusalem-Klosters bei Istra, danach Fahrt nach Zwenigorod zum Sawwino-Storoschewski-Kloster. Übernachtung in Zwenigorod.
Kubinka & Moskau
Hauptkathedrale der russischen Streitkräfte und Museum im Patriot-Park (Kubinka). Rückfahrt nach Moskau, Spaziergang durch den Siegespark (Park Pobedy).
Hl. Matrona von Moskau
Pokrowski-Kloster in Moskau zum Fest Mariä Schutz und Fürbitte. Andacht an den Reliquien der Hl. Matrona von Moskau.
Diwejewo – Hl. Seraphim von Sarow
Fahrt ins Gebiet Nischni Nowgorod zum Heilige-Dreifaltigkeit-Serafim-Diwejewo-Kloster. Andacht an den Reliquien des Hl. Seraphim von Sarow. Übernachtung in Diwejewo.
Zurück nach Moskau – Kultur
Rückfahrt nach Moskau. Besuch der Tretjakow-Galerie und weiterer kultureller Höhepunkte.
Optina Pustyn
Fahrt ins Gebiet Kaluga zum Kloster Optina Pustyn, berühmt für seine geistlichen Ältesten (Starzen). Übernachtung in Koselsk.
Schamordino & Moskau
Besuch des Schamordino-Klosters, danach Rückfahrt nach Moskau. Übernachtung in Moskau.
Abreise aus Moskau
Individuelle Abreise.
Das musst du gesehen haben
Die einzigartigen Höhepunkte entlang der Route – und warum.
Christ-Erlöser-Kathedrale, Moskau
Die größte orthodoxe Kirche Russlands – in der Sowjetzeit gesprengt und originalgetreu wiederaufgebaut, heute Hauptkathedrale des Patriarchen.
Dreifaltigkeits-Sergius-Lavra
Das wichtigste Kloster Russlands und geistliches Zentrum der Orthodoxie – UNESCO-Welterbe, gegründet vom Hl. Sergius von Radonesch.
Reliquien der Hl. Matrona, Moskau
Die meistverehrte Heilige Moskaus – an ihren Reliquien im Pokrowski-Kloster bilden sich täglich lange Schlangen von Gläubigen.
Diwejewo & Hl. Seraphim von Sarow
Einer der vier »Erdteile der Gottesmutter« und eines der größten Pilgerziele Russlands – mit den Reliquien des Hl. Seraphim von Sarow.
Neu-Jerusalem-Kloster, Istra
Ein Nachbau der Grabeskirche von Jerusalem, errichtet von Patriarch Nikon – ein Stück »Heiliges Land« vor den Toren Moskaus.
Optina Pustyn
Berühmt für seine Starzen (geistliche Älteste) – jahrhundertelang das spirituelle Gewissen Russlands, das Dostojewski und Tolstoi anzog.