Anders als bei Russland gibt es für Belarus noch einen einfachen, legalen Standard-Weg: Transferdienste zahlen direkt auf belarussische Bankkarten aus. Hier ist der Überblick – inklusive der Fallen bei sanktionierten Banken.
Die Kurzantwort
Geld von Deutschland oder Österreich nach Belarus zu senden ist weiterhin legal und deutlich einfacher als nach Russland – solange der Empfänger und seine Bank nicht auf einer Sanktionsliste stehen. Der praktikabelste Weg sind Online-Transferdienste, die direkt auf eine belarussische Visa- oder Mastercard in belarussischen Rubeln (BYN) auszahlen, meist noch am selben Tag. Western Union und MoneyGram funktionieren dagegen nicht – beide haben Belarus im März 2022 zusammen mit Russland suspendiert.
Weg 1: Online-Transferdienste auf die Bankkarte
Dienste wie Paysend (Beispiel, keine Empfehlung – wir sind mit keinem Anbieter verbunden) senden von einer deutschen Karte direkt auf eine belarussische Kartennummer. In Anbieter-Vergleichen ist dieser Weg meist der günstigste: geringe Fixgebühr, Auszahlung in BYN, Ankunft innerhalb von Minuten bis Stunden.
Die entscheidende Einschränkung: Es funktioniert nur mit Karten von nicht-sanktionierten Banken. Karten der Belinvestbank werden beispielsweise abgelehnt. Kläre also vor dem Senden, bei welcher Bank der Empfänger sein Konto hat – notfalls eröffnet er besser eine Karte bei einer nicht gelisteten Bank.
Weg 2: SWIFT-Überweisung
Die klassische Auslandsüberweisung an eine nicht-sanktionierte belarussische Bank ist grundsätzlich möglich – auch das deutsche Auswärtige Amt verweist auf diesen Weg. Rechne aber mit mehreren Werktagen, Korrespondenzbank-Gebühren und bankabhängigen Prüfungen; nicht jede deutsche Bank führt den Auftrag aus. Für Beträge über 12.500 € gilt die AWV-Meldepflicht an die Bundesbank.
Diese Banken sind gesperrt
| Bank | Status Juli 2026 |
|---|---|
| Belagroprombank, Bank Dabrabyt, Entwicklungsbank | ❌ vom SWIFT-System ausgeschlossen (seit 2022) |
| Belinvestbank | ❌ EU-Transaktionsverbot, Karten werden von Transferdiensten abgelehnt |
| Alfa-Bank (Belarus), Sber Bank OJSC, VTB Bank (Belarus) | ❌ EU-Transaktionsverbot seit Dezember 2025 |
| Belarusbank | ⚠️ nicht vom SWIFT-Ausschluss betroffen, aber US-sanktioniert – Akzeptanz je nach Anbieter prüfen |
Was nicht (mehr) geht
Western Union & MoneyGram: seit März 2022 für Belarus suspendiert, bis heute nicht wieder aufgenommen (auch wenn einzelne Websites noch Belarus-Seiten zeigen).
PayPal, Wise, Revolut: kein Belarus-Service.
Krypto über belarussische Anbieter: Seit dem 24. Mai 2026 verbietet das 20. EU-Sanktionspaket EU-Bürgern sämtliche Transaktionen mit Krypto-Dienstleistern, die in Belarus (oder Russland) registriert sind – das betrifft auch bekannte belarussische Börsen.
Euro-Bargeld im Gepäck für Dritte: Wie bei Russland gilt ein EU-Ausfuhrverbot für Euro-Banknoten nach Belarus, ausgenommen persönlicher Reisebedarf.
Häufige Fragen
Wie kann ich Geld nach Weißrussland senden?
Am einfachsten über Online-Transferdienste wie Paysend, die direkt auf eine belarussische Visa- oder Mastercard in BYN auszahlen – meist am selben Tag. Alternativ per SWIFT-Überweisung an eine nicht-sanktionierte belarussische Bank (langsamer, bankabhängig).
Funktioniert Western Union nach Belarus?
Nein. Western Union und MoneyGram haben ihren Belarus-Dienst im März 2022 suspendiert und bis Juli 2026 nicht wieder aufgenommen.
Ist es legal, Geld nach Belarus zu überweisen?
Ja, Transfers an nicht-sanktionierte Privatpersonen und Banken sind erlaubt. Verboten sind Transaktionen mit gelisteten Banken sowie seit Mai 2026 Geschäfte mit belarussischen Krypto-Dienstleistern. Ab 12.500 € gilt in Deutschland die AWV-Meldepflicht.
Auf welche Bank sollte der Empfänger achten?
Die Empfänger-Karte darf nicht von einer sanktionierten Bank stammen (z. B. Belinvestbank, Alfa-Bank Belarus, Sber Bank OJSC, VTB Belarus). Im Zweifel eine Karte bei einer nicht gelisteten Bank eröffnen und vorher einen kleinen Testbetrag senden.
Stand: Juli 2026. Die Sanktionslage ändert sich laufend – prüfe unmittelbar vor dem Senden den aktuellen Status deines Anbieters. Keine Rechtsberatung.
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