Familienförderung in Russland 2026: Was Familien ab drei Kindern bekommen

Ratgeber · Familie & Auswandern

Russland fördert Familien mit drei und mehr Kindern spürbar — Mutterschaftskapital, Hypothekenzuschuss, freier Nahverkehr, Steuervorteile. Über die Höhe kursieren allerdings abenteuerliche Behauptungen. Dieser Ratgeber sortiert, was wirklich gezahlt wird, was Moskau zusätzlich drauflegt — und die Frage, die für Zuwanderer über allem steht: Wer bekommt es überhaupt?

Stand: August 2026Beträge für 2026Bundesrecht + MoskauMit Gesetzesfundstellen
Vorweg die wichtigste Einschränkung: Die großen Geldleistungen des Bundes — Mutterschaftskapital, Hypothekenzuschuss, Förderhypothek — setzen die russische Staatsbürgerschaft voraus, und zwar bei Eltern und Kindern. Ein Aufenthaltstitel genügt dafür nicht. Die regionalen Leistungen Moskaus sind dagegen offen für Ausländer mit Wohnsitz in der Stadt. Wer beides verwechselt, plant an der Wirklichkeit vorbei — darum steht dieser Punkt hier ganz oben und nicht im Kleingedruckten.

Das Wichtigste in Kürze

Ab drei Kindern

Der Status gilt seit 2024 einheitlich in ganz Russland und ist unbefristet. Die Leistungen laufen, bis das älteste der drei jüngsten Kinder 18 ist (23 bei Studium).

Mutterschaftskapital

Beim zweiten Kind 963.243 ₽, beim ersten 728.921 ₽. Zweckgebunden, meist für Wohnraum. Das Programm läuft bis Ende 2030.

Wohnen

450.000 ₽ Tilgungszuschuss ab dem dritten Kind, dazu die Förderhypothek zu 6 % — in Moskau bis 12 Mio ₽ Kreditsumme.

Der Haken

Bundesleistungen: nur mit russischem Pass. Moskauer Leistungen: mit Meldeadresse in Moskau, auch als Ausländer. Ab April 2027 kommt eine Fünf-Jahres-Frist dazu.

Wer gilt in Russland als kinderreiche Familie?

Bis 2024 beantwortete jede Region diese Frage anders — in manchen Gebieten galt man ab drei Kindern als kinderreich, in anderen ab vier, und der Status lief aus, sobald ein Kind volljährig wurde. Der Ukaz Nr. 63 vom 23. Januar 2024 hat das vereinheitlicht.

  • Kinderreich ist eine Familie mit drei oder mehr Kindern — leibliche, adoptierte sowie Stief- und Pflegekinder zählen mit.
  • Der Status wird unbefristet zuerkannt und erlischt nicht mehr durch Zeitablauf.
  • Die Leistungen laufen dagegen befristet: bis das älteste der drei jüngsten Kinder 18 Jahre alt wird — oder 23, wenn es in Vollzeit studiert.
  • Nachgewiesen wird der Status durch einen Ausweis. In Moskau gibt es ihn inzwischen digital, mit QR-Code im Konto auf mos.ru; er ist dem Papierdokument gleichgestellt.
Praktischer Hinweis: Der Ausweis ist der Schlüssel zu fast allem — ohne ihn gibt es weder freien Nahverkehr noch Parkgenehmigung noch die Kompensationszahlungen. Er ist der erste Behördengang nach der Geburt des dritten Kindes, nicht der letzte.

Die entscheidende Vorfrage: Pass oder Meldeadresse?

Das russische System kennt zwei getrennte Ebenen, und sie folgen unterschiedlichen Regeln. Der Bund zahlt an russische Staatsbürger. Die Region zahlt an ihre Einwohner. Für zugewanderte Familien entscheidet deshalb nicht der Familienstatus darüber, was ankommt, sondern die Kombination aus Pass und Meldeadresse.

LeistungEbeneVoraussetzung
Status als kinderreiche FamilieBund/RegionWohnsitz in der Region; in Moskau auch für Ausländer mit Aufenthaltstitel
MutterschaftskapitalBundRussischer Pass der Mutter und Staatsbürgerschaft des Kindes von Geburt an
450.000 ₽ HypothekentilgungBundRussischer Pass des Elternteils und der Kinder
Förderhypothek 6 %BundRussischer Pass des Kreditnehmers und mindestens eines Kindes
Einheitsgeld (bedürftigkeitsabhängig)BundBislang auch für dauerhaft in Russland lebende Ausländer — ab 04/2027 verschärft
Grundstück (Moskauer Oblast)RegionRussischer Pass aller Familienmitglieder + Wohnsitz in der Oblast
Moskauer KompensationszahlungenRegionMeldeadresse in Moskau — auch für Ausländer
Freier Nahverkehr, Parken, Kfz-Steuer (Moskau)RegionMeldeadresse in Moskau + Ausweis der kinderreichen Familie
Kita-Beitragsfreiheit, Schulessen (Moskau)RegionMeldeadresse in Moskau
Frührente der MutterBundVersicherungszeiten in Russland; für Ausländer nur bei dauerhaftem Aufenthalt

Der bemerkenswerte Punkt steckt in der vorletzten Zeile: Das Gesetz der Stadt Moskau Nr. 60 erstreckt seinen Anwendungsbereich ausdrücklich auf „Bürger der Russischen Föderation, ausländische Staatsbürger und Staatenlose, die ihren Wohnsitz in der Stadt Moskau haben“. Maßgeblich ist allein die Registrierung bei der Meldebehörde. Eine deutsche Familie mit Aufenthaltstitel und Moskauer Anmeldung fällt damit unter die regionalen Leistungen — beim Mutterschaftskapital dagegen bleibt sie außen vor.

Wichtige Änderung ab 1. April 2027: Für das Einheitsgeld wird eine Fünf-Jahres-Frist eingeführt. Es erhält dann nur noch, wer seit mindestens fünf Jahren russischer Staatsbürger ist. Ausgenommen sind Menschen, die die Staatsbürgerschaft durch Geburt oder durch Anerkennung erworben haben, Teilnehmer des Landsleute-Programms sowie Teilnehmer der Militäroperation und ihre Familien. Wie sich die Neuregelung auf Ausländer mit Daueraufenthalt auswirkt, ist noch nicht abschließend geklärt — wer darauf baut, sollte den Stand kurz vor dem Umzug prüfen.

Die Leistungen des Bundes — gültig in ganz Russland

Geld für Familien

LeistungHöhe 2026Bedingung
Mutterschaftskapital, erstes Kind728.921 ₽Zweckgebunden; Indexierung 5,6 % zum 1. Februar 2026
Mutterschaftskapital, zweites Kind963.243 ₽Bei vorhandenem Kapital für das erste Kind: Aufstockung um 234.321 ₽
Tilgungszuschuss zur Hypothek450.000 ₽Drittes oder weiteres Kind, geboren 2019 bis 2030
Einmalzahlung zur Geburt26.941 ₽Je Kind, unabhängig vom Einkommen
Einheitsgeld je Kind50, 75 oder 100 % des regionalen ExistenzminimumsEinkommensabhängig; in Moskau 10.952 bis 21.903 ₽ monatlich
Steuerfreibetrag ab dem dritten Kind6.000 ₽ monatlichVom zu versteuernden Einkommen, je Elternteil
Familien-Steuerrückzahlung (neu)Differenz zwischen 13 % und 6 % LohnsteuerAb zwei Kindern, Antrag vom 1. Juni bis 1. Oktober

Die Familien-Steuerrückzahlung ist die jüngste Neuerung und erstmals im Sommer 2026 beantragbar — rückwirkend für das Jahr 2025. Das Finanzamt rechnet die gezahlte Lohnsteuer mit einem Satz von 6 statt 13 Prozent nach und erstattet die Differenz. Bei einem Jahreseinkommen von einer Million Rubel sind das rund 70.000 ₽. Der Antrag muss jedes Jahr neu gestellt werden.

Wohnen und Hypothek

Die Familienhypothek ist das mit Abstand wirksamste Instrument der russischen Familienpolitik — und zugleich der Punkt, an dem die kursierenden Gerüchte am weitesten von der Wirklichkeit abweichen.

  • Zinssatz 6 % pro Jahr, im ganzen Land einheitlich.
  • Kreditobergrenze zum Förderzins: 12 Mio ₽ in Moskau, Sankt Petersburg und den beiden zugehörigen Oblasten, 6 Mio ₽ in den übrigen Regionen.
  • Ist die Immobilie teurer, greift eine Kombi-Hypothek: Der Teil bis zur Grenze läuft zu 6 %, der Rest zum Marktzins. Gesamtvolumen bis 30 Mio ₽ in den Hauptstadtregionen.
  • Eigenkapital ab 20 %, Laufzeit bis 30 Jahre, Mutterschaftskapital einsetzbar.
  • Seit Januar gilt der Grundsatz „eine Familie — eine Förderhypothek“.
Zinsfrei ist dieser Kredit nicht — 6 % sind ein Förderzins, kein Nullzins, und er liegt weit unter dem russischen Marktniveau. Die kursierende Behauptung eines zinslosen Darlehens über 13 Millionen Rubel verwechselt vermutlich die Kreditobergrenze mit einem Geschenk. Geschenkt sind die 450.000 ₽ Tilgungszuschuss — die allerdings direkt an die Bank gehen.

Steuern, Alltag, Arbeit

  • Nebenkosten: mindestens 30 % Rabatt, bundesweit garantiert. Regionen dürfen aufstocken.
  • Grundsteuer: 600 m² Grundstücksfläche bleiben steuerfrei.
  • Immobiliensteuer: zusätzlich 5 m² je Kind bei einer Wohnung, 7 m² je Kind bei einem Haus.
  • Kultur: freier Eintritt in Museen, Parks und Ausstellungen im ganzen Land — eine der praktischen Folgen des Ukaz Nr. 63.
  • Medikamente: verschreibungspflichtige Arzneimittel für Kinder unter sechs Jahren kostenlos (Moskau: bis 18).
  • Arbeitsrecht: Eltern mit drei Kindern unter 18, von denen das jüngste unter 14 ist, dürfen ihren Jahresurlaub zum selbst gewählten Zeitpunkt nehmen.
  • Weiterbildung: Anspruch auf berufliche Umschulung und Fortbildung.

Rente

Hier hält sich das hartnäckigste Missverständnis: Es gibt keinen Rentenaufschlag für kinderreiche Familien und keine Frührente für den Vater. Was es gibt, ist ein früherer Rentenbeginn für die Mutter und die Anrechnung von Betreuungszeiten.

KinderRenteneintritt der Mutterstatt regulär
3 Kindermit 57 Jahren60 Jahre
4 Kindermit 56 Jahren60 Jahre
5 und mehrmit 50 Jahren60 Jahre

Bedingungen in allen Fällen: mindestens 15 Jahre Versicherungszeit, 30 Rentenpunkte und jedes Kind bis zum achten Lebensjahr erzogen. Hinzu kommen Rentenpunkte für die Betreuungszeit — 1,8 Punkte pro Jahr für das erste, 3,6 für das zweite, 5,4 für das dritte und jedes weitere Kind. Seit dem 1. Januar 2026 werden diese Zeiten ohne Obergrenze angerechnet; zuvor war die Anrechnung gedeckelt, was besonders Mütter mit fünf und mehr Kindern benachteiligt hat.

Moskau: die großzügigste Region — im Detail

Moskau zahlt zusätzlich zu allem, was der Bund leistet, und liegt damit deutlich vor dem Rest des Landes. In der Stadt sind rund 248.000 kinderreiche Familien registriert. Die folgenden Beträge gelten 2026 und werden jährlich angepasst.

Moskauer LeistungHöheAnmerkung
Ausgleich für gestiegene Lebenshaltungskosten1.782 ₽ je Kind und MonatAb fünf Kindern 2.226 ₽ je Kind
Kompensation der Nebenkostenrund 1.550 ₽ monatlichSteigt ab fünf Kindern
Telefonkompensationrund 292 ₽ monatlichJe Familie
Lebensmittelzuschuss1.004 ₽ monatlichJe Kind unter drei Jahren
Schulkleidung14.827 ₽ jährlichJe Schulkind
Einmalzahlung für junge Familien10 Existenzminima beim dritten KindRund 253.000 ₽; beide Eltern unter 36, Moskauer Meldung
Ab fünf Kindernzusätzliche Pauschale für Kinderartikelmonatlich
Ab zehn Kindernweitere Monats- und JahreszahlungenUnter anderem zum Tag der Familie und zum Schulanfang

Eine Moskauer Familie mit drei Kindern, davon zwei im Schulalter, kommt allein aus diesen städtischen Regelleistungen auf rund 128.000 ₽ im Jahr — zusätzlich zu Einheitsgeld, Steuervorteilen und allem, was der Bund zahlt.

Was Moskau darüber hinaus kostenlos stellt

Kita und Schulessen

Der Kindergarten ist beitragsfrei, das Schulessen ebenfalls. Zum Ablauf: unser Ratgeber zum Kindergarten in Russland.

Nahverkehr

Freie Fahrt für beide Eltern und alle Kinder in allen städtischen Verkehrsmitteln und den Vorortzügen. Ausgenommen sind nur Taxi und Sammeltaxi.

Parken und Kfz-Steuer

Eine kostenlose Parkgenehmigung je Familie, gültig drei Jahre, rund um die Uhr — außer auf Schrankenparkplätzen. Dazu Befreiung von der Kfz-Steuer für ein Fahrzeug.

Kultur und Gesundheit

Zoo dauerhaft frei, Museen und Stadien für Kinder einmal im Monat frei, verschreibungspflichtige Medikamente bis zum 18. Lebensjahr kostenlos.

Eine Moskauer Besonderheit, die kaum bekannt ist: Familien mit drei bis sieben Kindern im Vorschulalter dürfen einen „Familienkindergarten“ eröffnen. Die Mutter wird dafür als Erzieherin einer städtischen Kita angestellt und bezahlt — sie betreut die eigenen Kinder und bekommt dafür ein Gehalt plus Versicherungszeiten für die Rente.

Das kostenlose Grundstück: Stadt Moskau gegen Moskauer Oblast

Am Beispiel des Grundstücks lässt sich das ganze System begreifen — und es ist zugleich der Punkt, an dem die meisten falschen Vorstellungen entstehen. Die Stadt Moskau und die Moskauer Oblast sind zwei verschiedene Föderationssubjekte mit eigenen Gesetzen. Wer in der einen gemeldet ist, hat in der anderen keine Ansprüche.

Stadt MoskauMoskauer Oblast
Kostenloses GrundstückNein — es gibt weder Flächen noch ein AntragsverfahrenJa, nach Gesetz Nr. 73/2011-ОЗ
StattdessenKompensationszahlung zum Kauf oder Bau von Wohnraum
Wer bekommt esFamilien mit drei minderjährigen Kindern, die in der städtischen Wohnungswarteliste stehenFamilien mit drei minderjährigen Kindern, alle russische Staatsbürger
WohnsitzbedingungMeldeadresse in MoskauWohnsitz in der Oblast, ununterbrochen mindestens fünf Jahre
Weitere HürdenAufnahme in die Warteliste vor dem 1. März 2005 oder Anerkennung als einkommensschwachKein weiteres Grundstück ab 600 m², kein Wohnhaus im Eigentum, registriert als wohnraumbedürftig

Für zugewanderte Familien folgt daraus zweierlei. Erstens: Das Grundstück in der Oblast ist russischen Staatsbürgern vorbehalten — das Gesetz verlangt ausdrücklich, dass alle Familienmitglieder die Staatsbürgerschaft besitzen, und schließt Familien aus, die in einem anderen Föderationssubjekt gemeldet sind. Zweitens: Die Moskauer Ersatzzahlung ist an die Wohnungswarteliste gekoppelt, in die man nicht einfach eintritt. Die große Mehrheit der Moskauer Großfamilien bekommt deshalb weder das eine noch das andere. Immerhin ist die Ersatzzahlung von der Einkommensteuer befreit.

Und die Richtung zählt: Wer aus der Oblast nach Moskau zieht, verliert seinen Platz in der dortigen Grundstücks-Warteschlange. Fünf Jahre Wohnsitz sind kein Formalismus, sondern die eigentliche Hürde des Verfahrens.

Mythen-Check: was im Netz kursiert

Im deutschsprachigen Raum zirkuliert eine Liste angeblicher Vorteile für Moskauer Großfamilien, die sich über Messenger-Gruppen verbreitet. Wir haben sie Punkt für Punkt gegen die Gesetzeslage geprüft.

BehauptungWirklichkeit
„Kostenloses Grundstück zum Hausbau“Falsch für die Stadt Moskau — dort werden keine Grundstücke vergeben. Richtig für die Moskauer Oblast, aber nur für russische Staatsbürger mit fünf Jahren Wohnsitz dort.
„Zinsfreier Kredit über 13 Millionen Rubel“Falsch. Es gibt die Familienhypothek zu 6 % mit einer Obergrenze von 12 Mio ₽ in Moskau — ein Förderzins, kein zinsloses Darlehen.
„Kostenlose Fahrten mit dem Nahverkehr“Richtig für Moskau: beide Eltern und alle Kinder, auch in den Vorortzügen.
„Kostenloses Parken in der Stadt“Im Kern richtig, mit Einschränkungen: eine Genehmigung je Familie, ein Fahrzeug, drei Jahre gültig, nicht auf Schrankenparkplätzen.
„Keine Kfz-Steuer“Richtig — für einen Elternteil und ein Fahrzeug, nach Moskauer Regionalrecht.
„Freier Eintritt in alle öffentlichen Einrichtungen“Teilweise. Museen, Parks und Ausstellungen sind bundesweit frei, der Moskauer Zoo dauerhaft. Stadien für Kinder einmal im Monat. Nicht „alles“.
„Beide Eltern gehen früher in Rente“Nur die Mutter, mit 57, 56 oder 50 Jahren je nach Kinderzahl. Der Vater hat diesen Anspruch nicht.
„Aufschlag auf die Rente“Es gibt keine Großfamilien-Zulage. Angerechnet werden Rentenpunkte für Betreuungszeiten — seit 2026 immerhin ohne Obergrenze.

Was das für zugewanderte Familien praktisch heißt

  1. Aufenthaltstitel und Meldung zuerst

    Ohne Registrierung bei der Meldebehörde läuft nichts — sie ist die Grundlage aller regionalen Leistungen. Der Weg dorthin führt über RVP oder direkt zum Daueraufenthalt; wie das abläuft, steht in unserem Einwanderungs-Guide zum RVP.

  2. Status der kinderreichen Familie beantragen

    Mit Aufenthaltstitel und Meldeadresse ist der Ausweis auch für Ausländer zugänglich. Er schaltet in Moskau Nahverkehr, Parken, Kita-Beitragsfreiheit und die Kompensationszahlungen frei.

  3. Die Bundesleistungen realistisch einplanen

    Mutterschaftskapital, Tilgungszuschuss und Förderhypothek bleiben bis zur Einbürgerung außer Reichweite. Wer damit rechnet, sollte den Zeitpunkt der Einbürgerung in die Finanzplanung einbeziehen — und beachten, dass das Mutterschaftskapital die Staatsbürgerschaft des Kindes von Geburt an verlangt. Für im Ausland geborene Kinder greift es später nicht mehr.

  4. Die Region bewusst wählen

    Moskau ist finanziell die stärkste Region, aber auch die teuerste. Das Grundstück gibt es nur in der Oblast, die Kompensationszahlungen nur in der Stadt. Diese Entscheidung fällt mit der Meldeadresse — und lässt sich später nur unter Verlust von Wartezeiten korrigieren.

  5. Den Sonderweg prüfen

    Teilnehmer des Landsleute-Programms sind von der kommenden Fünf-Jahres-Frist ausgenommen und haben einen erheblich verkürzten Weg zur Staatsbürgerschaft. Ob das in Frage kommt, klärt unser Beitrag Auswandern als Repatriant.

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Dieser Text ist eine journalistische Einordnung der Rechtslage und keine Rechtsberatung. Die Beträge werden jährlich angepasst — das Existenzminimum zum 1. Januar, die Bundesleistungen zum 1. Februar. Im Einzelfall ersetzt der Text weder die Auskunft der zuständigen Behörde noch die eines russischen Anwalts.

Häufige Fragen

Bekommen Ausländer mit Aufenthaltstitel die russische Familienförderung?

Teilweise. Die regionalen Leistungen Moskaus stehen ihnen offen: Das Gesetz der Stadt Moskau Nr. 60 gilt ausdrücklich für russische Staatsbürger, ausländische Staatsbürger und Staatenlose mit Wohnsitz in Moskau. Maßgeblich ist die Meldeadresse. Die großen Bundesleistungen — Mutterschaftskapital, 450.000 ₽ Tilgungszuschuss, Förderhypothek zu 6 % — verlangen dagegen die russische Staatsbürgerschaft, und zwar bei Eltern und Kindern.

Bekommt eine Familie mit drei Kindern in Moskau ein kostenloses Grundstück?

Nein. In der Stadt Moskau werden keine Grundstücke an kinderreiche Familien vergeben — es gibt weder freie Flächen noch ein Antragsverfahren. Ersatzweise zahlt die Stadt eine Kompensation zum Kauf oder Bau von Wohnraum, aber nur an Familien, die in der städtischen Wohnungswarteliste stehen. Das kostenlose Grundstück gibt es in der Moskauer Oblast — dort allerdings nur für russische Staatsbürger, die seit mindestens fünf Jahren in der Oblast wohnen.

Stimmt es, dass es einen zinsfreien Kredit über 13 Millionen Rubel gibt?

Nein. Diese Behauptung kursiert im Netz, hat aber keine Grundlage. Was es gibt, ist die Familienhypothek zu 6 % Jahreszins mit einer Förderobergrenze von 12 Millionen Rubel in Moskau und Sankt Petersburg. Bei teureren Immobilien läuft der übersteigende Teil zum Marktzins. Geschenkt sind lediglich 450.000 Rubel Tilgungszuschuss ab dem dritten Kind — und die gehen direkt an die Bank.

Wie viel Geld bekommt eine Moskauer Familie mit drei Kindern im Jahr?

Aus den städtischen Regelleistungen allein rund 128.000 Rubel jährlich, wenn zwei Kinder im Schulalter sind — Lebenshaltungsausgleich, Nebenkosten, Telefon und Schulkleidung zusammengenommen. Hinzu kommen je nach Einkommen das Einheitsgeld (10.952 bis 21.903 Rubel monatlich je Kind), Steuervorteile und der Wert der Sachleistungen: beitragsfreie Kita, Schulessen, freier Nahverkehr und Parken.

Ab wann kann eine Mutter mit drei Kindern in Rente gehen?

Mit 57 Jahren statt regulär mit 60. Bei vier Kindern mit 56, ab fünf Kindern mit 50. Bedingung sind mindestens 15 Jahre Versicherungszeit, 30 Rentenpunkte und dass jedes Kind bis zum achten Lebensjahr erzogen wurde. Für Väter gibt es diese Möglichkeit nicht, und eine eigene Rentenzulage für kinderreiche Familien existiert ebenfalls nicht.

Wie hoch ist das Mutterschaftskapital 2026?

728.921 Rubel für das erste Kind und 963.243 Rubel für das zweite. Wer bereits Kapital für das erste Kind erhalten hat, bekommt beim zweiten eine Aufstockung von 234.321 Rubel. Zum 1. Februar 2026 wurde um 5,6 % indexiert, auch die Restguthaben. Das Programm läuft bis zum 31. Dezember 2030. Voraussetzung ist die russische Staatsbürgerschaft der Mutter und die Staatsbürgerschaft des Kindes von Geburt an.

Gilt der Status der kinderreichen Familie in ganz Russland gleich?

Der Status selbst ja — seit dem Ukaz Nr. 63 vom Januar 2024 gilt einheitlich die Grenze von drei Kindern, und er wird unbefristet zuerkannt. Die Leistungen unterscheiden sich dagegen erheblich: Der Bund garantiert eine Grundausstattung, jede Region legt zusätzlich auf. Moskau ist dabei die mit Abstand großzügigste Region, weshalb die dort geltenden Beträge oft fälschlich für ganz Russland zitiert werden.

Was ändert sich 2027 für zugewanderte Familien?

Ab dem 1. April 2027 gilt für das Einheitsgeld eine Fünf-Jahres-Frist: Anspruch hat nur, wer seit mindestens fünf Jahren russischer Staatsbürger ist. Ausgenommen sind Menschen mit Staatsbürgerschaft durch Geburt oder Anerkennung, Teilnehmer des Landsleute-Programms sowie Teilnehmer der Militäroperation und deren Familien. Wer einen Umzug plant und mit dieser Leistung rechnet, sollte den Stand kurz vorher prüfen.

Du denkst über den Schritt nach Russland nach?

Wir begleiten deutschsprachige Familien beim Umzug — von Visum und Aufenthaltstitel bis Schule und Behördengang. Stell uns deine Frage, kostenlos und unverbindlich.

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Quellen: Ukaz des Präsidenten Nr. 63 vom 23.01.2024 · Gesetz der Stadt Moskau Nr. 60 vom 23.11.2005 · Gesetz der Moskauer Oblast Nr. 73/2011-ОЗ · Föderalgesetz Nr. 157-ФЗ und Regierungsverordnung Nr. 1170 · Art. 32 Föderalgesetz Nr. 400-ФЗ · Steuergesetzbuch Art. 391 und 403 · Arbeitsgesetzbuch Art. 262.2 · mos.ru (Sozialleistungen, Nahverkehr, Wohnzahlung) · Sozialfonds Russlands · Beschluss der Moskauer Regierung Nr. 2665-ПП vom 11.11.2025 (Existenzminimum 2026). Recherchestand: 31. August 2026.