Fakten · Gesellschaft · Stand August 2026
„Wie sehen die Russen eigentlich uns Deutsche? Unterscheidet man da zwischen Regierung und Menschen?“ — das ist die Frage, die uns von allen am häufigsten gestellt wird. Die kurze Antwort: Ja, sehr deutlich. In den Umfragen steht Deutschland ganz oben auf der Liste der unfreundlichen Staaten — gemeint ist damit aber fast immer die Politik, nicht der Mensch, der im Zug gegenübersitzt. Hier sind die Zahlen, die Gründe dahinter und das, was deutsche Reisende tatsächlich erleben.
Die kurze Antwort in vier Sätzen
2. Gefragt wird dabei nach dem Staat. „Германия“ meint in der russischen Alltagssprache die Regierung, die Waffenlieferungen, die Sanktionen — nicht „die Deutschen“.
3. Auf der persönlichen Ebene passiert deutschen Besuchern in Russland praktisch nie etwas Feindseliges; der häufigste Satz, den man zu hören bekommt, ist eine Variante von „Wir haben doch nichts gegen euch.“
4. Das Bild ist außerdem stark altersabhängig: Bei den unter 25-Jährigen sehen 48 Prozent Deutschland positiv.
Wer es genauer wissen will — und warum diese scheinbar widersprüchlichen Zahlen beide stimmen —, findet unten die Belege, die Erklärungen und die praktische Seite.
1. Was die Umfragen wirklich sagen
Die belastbarste Datenreihe zu diesem Thema stammt vom Lewada-Zentrum, dem bekanntesten unabhängigen Meinungsforschungsinstitut Russlands. Es befragt seit Jahrzehnten rund 1.600 Menschen persönlich zu Hause, in 137 Orten und 50 Regionen. Die jüngste Erhebung im Mai 2026 fällt für Deutschland unangenehm aus:
Welche Länder sind Russland feindlich gesinnt?
Mehrfachnennung möglich; Anteil der Befragten, die das Land nennen. Mai 2026, n = 1.607.
Lewada-Zentrum, Erhebung 20.–28. Mai 2026. Fehlermarge rund ±3,4 Prozentpunkte.
Zum Vergleich die andere Richtung: Als freundlich gesinnt gelten Belarus (80 %), China (63 %), Kasachstan und Indien (je 33 %), Nordkorea (26 %), Iran (18 %) und Kuba (11 %). Der Riss verläuft also klar entlang der Frage, wer die Ukraine militärisch unterstützt — nicht entlang alter Sympathien.
Fragt man nicht nach „Feindschaft“, sondern schlicht nach der eigenen Haltung, sieht das Bild etwas anders aus. Der letzte veröffentlichte Wert für Deutschland stammt vom Oktober 2025:
„Wie stehen Sie zu Deutschland?“
Alle Antworten auf 100 % ergänzt. Oktober/November 2025, n = 1.606.
Lewada-Zentrum, Erhebung 28.10.–06.11.2025. Der Höchststand der negativen Werte lag im Mai 2022 bei 66 % — seither ist die Kurve für Deutschland bemerkenswert flach.
Das sind unangenehme Zahlen, und wir schreiben sie hier bewusst ungeschönt hin. Wer diesen Artikel liest, um zu hören, dass in Russland alle Deutschen lieben, wird enttäuscht. Interessant wird es erst, wenn man fragt, was genau da eigentlich gemessen wurde.
2. „Deutschland“ ist in diesen Fragen ein Synonym für Politik
Alle oben genannten Fragen zielen auf Staaten: „Welche Länder sind Russland gegenüber feindlich eingestellt?“, „Wie stehen Sie zu Deutschland?“ Das ist keine Spitzfindigkeit — im Russischen ist die Trennung zwischen Land und Leuten sprachlich sogar noch schärfer als im Deutschen:
Германия — der Staat
Regierung, Bundeswehr, Sanktionen, Waffenlieferungen, EU-Politik. Das ist es, was in den Nachrichten vorkommt, und das ist es, was in Umfragen bewertet wird.
немцы — die Menschen
Die Nachbarn, die Handwerker, Goethe, Kant, Beethoven, Autos, Bier, Pünktlichkeit. Danach fragt keine dieser Umfragen — und das Bild ist ein völlig anderes.
Es gibt tatsächlich keine große aktuelle Umfrage, die beides sauber gegenüberstellt — das muss man ehrlich sagen, statt eine Zahl zu erfinden. Aber es gibt fünf starke Indizien dafür, dass die Trennung zwischen Regierung und Bevölkerung im Kopf der meisten Russen real ist.
Indiz 1: Die Werte folgen der Tagespolitik, nicht dem Volk
Am deutlichsten wird das, wenn man nicht auf einen Stichtag schaut, sondern auf die Entwicklung. Lewada stellt die Frage nach den unfreundlichen Ländern seit Jahren jeweils im Mai — und die Kurve für Deutschland ist eine der steilsten, die das Institut je gemessen hat:
Wie schnell ein Feindbild entsteht — und wieder verschwindet
Anteil der Befragten, die das Land als Russland feindlich gesinnt nennen. Jeweils Erhebung im Mai.
Deutschland
USA
Lewada-Zentrum, Mai-Erhebungen 2020 bis 2026 (2025: n = 1.613; 2026: n = 1.607). Zwischenjahre sind nicht in allen Veröffentlichungen ausgewiesen.
Zwei Dinge springen ins Auge. Erstens: Deutschlands Wert stieg in fünf Jahren von 15 auf über 50 Prozent — mehr als eine Verdreifachung. Ein über Jahrhunderte gewachsener Volks-Ressentiment sieht nicht so aus; das ist die Signatur einer politischen Entwicklung. Zweitens: Der US-Wert fiel binnen eines Jahres von 76 auf 40 Prozent — um 36 Punkte, nach dem Regierungswechsel in Washington und ersten diplomatischen Signalen. Das amerikanische Volk war in diesem Jahr dasselbe.
Dasselbe Muster in der anderen Frageform: Zwischen August und Oktober 2025 fiel der positive US-Wert um 14 Prozentpunkte — von 48 auf 34 Prozent. In zwei Monaten.
Wie stehen Russen zu westlichen Ländern? (Anteil „positiv“)
Deutschland liegt unter den westlichen Staaten im oberen Feld — hinter den USA, aber vor EU, Großbritannien und Polen. Oktober 2025.
Lewada-Zentrum, Oktober 2025. Der US-Wert lag im August 2025 noch bei 48 % — ein Einbruch um 14 Punkte binnen zwei Monaten, ausgelöst durch die politische Lage.
Werte, die so schnell springen, messen keine Haltung gegenüber Menschen. Sie messen die Bewertung einer Politik. Für Deutschland ist die Kurve dagegen seit drei Jahren fast unverändert — auch das passt zur politischen Lesart: An der deutschen Haltung zum Krieg hat sich aus russischer Sicht schlicht nichts geändert.
Indiz 2: Wer keine Nachrichten schaut, sieht Deutschland positiv
Eine Lewada-Auswertung, die im Januar 2026 für die Deutsche Sacharow-Gesellschaft veröffentlicht wurde, hat die Werte nach Altersgruppen, Region und Mediennutzung aufgeschlüsselt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Ablehnung folgt nicht der Herkunft, sondern dem Fernseher.
Haltung zu Deutschland nach Gruppen
Balken nach rechts = überwiegend positiv, nach links = überwiegend negativ. Erhebungen Februar, August und Oktober/November 2025, n = 1.612.
Lewada-Zentrum für die Deutsche Sacharow-Gesellschaft, veröffentlicht Januar 2026. Wer sich vor allem über Telegram und alternative Quellen informiert, urteilt ebenfalls deutlich positiver — für diese Gruppe ist kein einzelner Prozentwert veröffentlicht.
Ein ethnisches Ressentiment sähe anders aus — es wäre gleichmäßig über alle Gruppen verteilt. Was diese Zahlen zeigen, ist ein politisch und medial erzeugtes Bild, das sich abschwächt, sobald jemand andere Quellen nutzt. Es ist dieselbe Mechanik, die der Fragesteller aus unserem Posteingang für die deutsche Seite beschreibt.
Indiz 3: Der russische Staat trennt selbst ausdrücklich
Russland führt eine offizielle Liste „unfreundlicher Staaten“, auf der Deutschland steht. Diese Liste richtet sich gegen Regierungen — Botschaftspersonal, staatliche Institutionen, Vermögenstransfers. Gleichzeitig gilt für deutsche Staatsbürger:
- Sie können mit dem elektronischen Visum einreisen — ein Formular, kein Konsulatstermin.
- Sie können mit dem „Ukas 702“ vom August 2024 eine Aufenthaltserlaubnis beantragen, ohne Sprachtest, Quote, Arbeitgeber oder russische Vorfahren — ein Angebot, das sich gezielt an Menschen aus 47 westlichen Ländern richtet. In den ersten sieben Monaten gingen 1.156 Anträge ein. Details dazu in unserem RVP-Leitfaden.
- Deutsche dürfen in Russland heiraten, arbeiten, studieren, Immobilien kaufen und Konten eröffnen — die Beschränkungen, die es gibt, kommen fast alle aus der Gegenrichtung (EU-Sanktionen, gestrichene Flüge, Zahlungsverkehr).
Ein Staat, der ein eigenes Visum dafür schafft, dass Deutsche einwandern, betreibt keine Politik gegen Deutsche. Er betreibt Politik gegen die deutsche Regierung — und wirbt gleichzeitig um deren Bürger.
Indiz 4: Der 9. Mai richtet sich nicht gegen die Deutschen von heute
Viele Deutsche fürchten, dass ihnen der Zweite Weltkrieg vorgehalten wird. Die Sorge ist verständlich und in der Praxis fast immer unbegründet. Die sowjetische und später russische Erinnerungskultur unterscheidet sprachlich sehr genau zwischen „фашисты“ (den Faschisten von damals) und „немцы“ (den Deutschen als Volk). Der 9. Mai ist ein Tag der eigenen Toten, kein Tag der Anklage.
Was deutsche Besucher am 9. Mai tatsächlich erleben, ist meistens das Gegenteil: Ältere Menschen, die erzählen wollen; jemand, der eine Nelke in die Hand drückt; die Bemerkung, dass „unsere Großväter damals auf der falschen Seite gegeneinander standen, und jetzt stehen wir hier zusammen“. Wer sich respektvoll verhält, ist an diesem Tag eher willkommen als sonst.
Wir haben das im Mai 2026 selbst erlebt: Ein Dutzend deutscher Gäste war mit uns in Jalta und hat die Feierlichkeiten mitgemacht — nicht als Zuschauer am Rand, sondern mittendrin. Die Reaktion war durchweg herzlich. Dass Deutsche an diesem Tag mitfeiern, statt ihm auszuweichen, wird als Respekt gelesen und ausdrücklich anerkannt.





Indiz 5: Russland trennt offiziell zwischen deutscher Regierung und deutscher Bevölkerung
Der vielleicht wichtigste Punkt zum Schluss: Die Unterscheidung zwischen der deutschen Regierung und deutschen Menschen ist in Russland nicht nur eine private Höflichkeit — sie wird von offizieller Seite bewusst aufrechterhalten. In Reden, in der Erinnerungspolitik und in praktischen Entscheidungen zieht sich dasselbe Muster durch: Kritik richtet sich gegen „die westlichen Eliten“, nicht gegen „die Völker des Westens“.
Wie tief das reicht, zeigt die Rede, die Wladimir Putin am 25. September 2001 im Deutschen Bundestag hielt — zum größten Teil auf Deutsch, wie er selbst betonte: in der Sprache „von Goethe, Schiller und Kant“. Das Wortprotokoll ist bis heute auf den Seiten des Bundestags nachlesbar:

„Zwischen Russland und Deutschland liegt die große Geschichte.“
Vor dem Deutschen Bundestag, 25. September 2001 — überwiegend auf Deutsch gehalten. Im selben Redetext heißt es, beide Völker verstünden die Mentalität des jeweils anderen sehr gut. Quelle: Wortprotokoll des Deutschen Bundestages.
„In der gesamten Welt, darunter in Europa und in den Vereinigten Staaten, haben wir viele Gleichgesinnte.“
Rede vom 30. September 2022 — gehalten mitten im Krieg, in scharfer Abgrenzung zu den westlichen Regierungen, aber ausdrücklich an deren Bevölkerung gerichtet. Quelle: kremlin.ru, deutsche Übersetzung der Zeitschrift Osteuropa.
Zwischen diesen beiden Sätzen liegen 21 Jahre und ein Krieg — und trotzdem dieselbe Grundfigur: Adressiert wird die Bevölkerung, angegriffen wird die Regierung. Man muss das nicht sympathisch finden und sollte es nicht für selbstlos halten. Aber es ist die Erklärung dafür, warum deutschen Besuchern in Russland kein Ressentiment entgegenschlägt.
Was diese Reden über die Rolle Deutschlands im russischen Selbstverständnis sagen, ist unabhängig von ihrer Bewertung: Deutschland war dort nie ein beliebiges Land.
Ein Beispiel, das mehr sagt als jede Rede: Die deutsche Kriegsgräberfürsorge arbeitet in Russland bis heute weiter. Auf Grundlage des deutsch-russischen Kriegsgräberabkommens von 1994 hat der Volksbund dort bislang 106 Friedhöfe ehemaliger Kriegsgefangenenlager wiederhergestellt — und die Bundesregierung selbst bezeichnet dies als einen der wenigen Bereiche, in denen Gesprächskanäle und operative Zusammenarbeit trotz allem erhalten geblieben sind. Für 2026 stehen dafür 21,88 Millionen Euro im Etat des Auswärtigen Amts. Es werden also mitten im Konflikt deutsche Soldatengräber auf russischem Boden gepflegt, gemeinsam.
Und in die Gegenrichtung? Dort zeigt sich das umgekehrte Muster — und zwar an einem harten, überprüfbaren Beispiel. Während Russland deutschen Staatsbürgern die Einreise erleichtert hat (E-Visum ohne Konsulatstermin, Aufenthaltstitel ohne Sprachtest), hat die EU mit dem 19. Sanktionspaket vom Oktober 2025 erstmals den Tourismus erfasst und ihren eigenen Unternehmen untersagt, Reisen dorthin zu organisieren. Der eine Staat senkt die Hürden für die Menschen des anderen Landes — die eigene Politik erhöht sie für die eigenen Bürger.
Umgekehrt fällt auf, dass in der EU auch sonst eher kollektiv angesetzt wurde: erschwerte Visavergabe für russische Staatsbürger, ausgeschlossene Künstlerinnen und Sportler, geschlossene Kulturinstitute. Auch das trifft Menschen, nicht Regierungen. Fairerweise gehört dazu: Deutsche Politiker haben nach 2022 mehrfach ausdrücklich davor gewarnt, hier lebende Russischsprachige für die Politik ihres Herkunftslandes verantwortlich zu machen — nachdem es zu Anfeindungen gekommen war. Ein Muster, das dem russischen Umgang mit „den Deutschen“ so systematisch entspricht, ist daraus aber nicht geworden.
3. Was deutsche Reisende im Alltag tatsächlich erleben
Zwischen Umfragewert und Alltagserfahrung liegt in Russland eine besonders große Lücke. Das berichten uns übereinstimmend die Teilnehmer unserer Reisen, deutsche Auswanderer und die wenigen deutschen Touristen, die noch kommen. Die typischen Reaktionen, wenn herauskommt, dass jemand Deutscher ist:
Überraschung
„Ein Deutscher? Hierher? Jetzt?“ — Deutsche Touristen sind selten geworden, und genau das macht sie interessant. Man wird eher als Kuriosität behandelt als als Feind.
Einladungen
Die russische Gastfreundschaft ist kein Klischee. Wer Interesse zeigt, landet schnell am Küchentisch, bei Verwandten oder auf einer Datscha.
Neugier statt Vorwurf
Die Fragen gehen fast immer in Richtung „Wie ist es bei euch gerade wirklich?“, nicht „Wie könnt ihr nur?“
Aktive Abgrenzung
Die Unterscheidung zwischen Regierung und Mensch wird meist von selbst ausgesprochen — oft, bevor man überhaupt danach gefragt hat.
„Gegen euch haben wir nichts. Gegen eure Regierung schon.“
Der Satz, den deutsche Reisende in Russland am häufigsten hören — im Taxi, am Küchentisch, im Zugabteil. Er fällt fast immer unaufgefordert, und er ist der Kern der Antwort auf die Frage, um die es in diesem Artikel geht.
Wer heute kommt, gehört für viele Russen schon zu „den anderen Deutschen“
Das ist der Punkt, den man kennen sollte, bevor man sich Sorgen macht: Allein dadurch, dass jemand 2026 nach Russland reist, ist er in den Augen der meisten Russen kein Vertreter der Politik mehr, die sie ablehnen. Die Rechnung ist einfach und wird oft laut ausgesprochen: Wer trotz Reisewarnung, Umsteigeflug und Kartenproblemen herkommt, will sich offensichtlich ein eigenes Bild machen — und das ist genau das Gegenteil dessen, was man dem „feindlichen Deutschland“ aus den Nachrichten zuschreibt.
1:08 MinPraktisch heißt das: Man bekommt nicht die Haltung entgegengebracht, die in den Umfragewerten steckt, sondern eine deutlich freundlichere. Deutsche Gäste werden häufig als eine Art Beweis behandelt, dass die Verbindung zwischen beiden Ländern nicht abgerissen ist. Wer mit offenen Ohren reist, erlebt in Russland derzeit eher zu viel Aufmerksamkeit als zu wenig — Einladungen, lange Gespräche, das Angebot, den Kontakt zu halten. Von unseren Reiseteilnehmern kommt fast nie die Rückmeldung „es war anstrengend“, sondern regelmäßig „ich hätte nicht gedacht, wie herzlich das ist“.
Die vier Fragen, die man als Deutscher fast immer gestellt bekommt
„Wie teuer ist bei euch das Heizen?“
Energiepreise sind das Thema Nummer eins. Der Umstand, dass Deutschland teures Gas kauft, während Russland billiges hat, wird als Beleg dafür gelesen, dass sich Berlin gegen die eigenen Bürger entschieden habe. Mitleid schwingt darin mehr mit als Schadenfreude — auch wenn beides vorkommt. Ein nüchterner Kostenvergleich hilft hier mehr als eine Meinung.
„Dürft ihr das zu Hause überhaupt sagen?“
Die verbreitete Vorstellung ist, dass in Deutschland eine strenge Meinungskontrolle herrscht. Das ist überzeichnet — aber es ist eine echte Frage, keine Falle, und eine ehrliche, differenzierte Antwort wird sehr geschätzt.
„Warum ist eure Regierung so gegen uns?“
Die für Russen schwer erklärbare Beobachtung: Zwei Länder mit einer langen gemeinsamen Wirtschaftsgeschichte, Millionen persönlicher Verbindungen und einer Erinnerung an 1990 — und jetzt das. Hier lohnt es, den eigenen Standpunkt ruhig zu erklären, statt auszuweichen.
„Und? Ist es hier so, wie sie es euch erzählen?“
Die häufigste Frage überhaupt, meist mit einem Lächeln gestellt. Sie ist der eigentliche Grund, warum deutsche Besucher im Moment so gern gesehen sind: Sie sind lebende Gegenprobe.
Woher das eher freundliche Bild der Deutschen historisch kommt
Das positive Deutschlandbild in Russland ist älter als jede aktuelle Politik und erstaunlich stabil:
- Jahrhunderte Verflechtung: Deutsche Handwerker, Ärzte, Ingenieure und Gelehrte prägten das Russische Reich; die „Nemezkaja Sloboda“ in Moskau, deutsche Kolonien an der Wolga, deutschstämmige Zarinnen — Deutschsein war in Russland lange ein Qualitätsmerkmal, kein Fremdheitsmerkmal.
- „Немецкое качество“: Der Begriff deutsche Qualität ist bis heute ein Werbeargument im russischen Handel. Autos, Werkzeug, Maschinen, Medizin.
- Kultur: Goethe, Schiller, Kant (dessen Grab in Kaliningrad liegt und gepflegt wird), Bach, Beethoven — fester Bestandteil des russischen Bildungskanons.
- 1990: Die sowjetische Zustimmung zur deutschen Einheit gilt in Russland als große Geste. Dass sie aus russischer Sicht nicht erwidert wurde, ist der Kern der heutigen Enttäuschung — und Enttäuschung setzt voraus, dass man vorher etwas erwartet hat.
Genau deshalb trifft die aktuelle Politik in Russland einen empfindlichen Nerv: Das Verhältnis zu Deutschland war nie beliebig. Mehr zu den kulturellen Prägungen dahinter in unserem Beitrag über die kulturellen Unterschiede zwischen Russland und Deutschland.
4. Und wie sehen die Deutschen die Russen?
Diese Frage gehört dazu, sonst bleibt der Artikel schief. Denn das Muster ist auf beiden Seiten dasselbe — Ablehnung gegenüber dem Staat, deutlich mehr Gelassenheit gegenüber den Menschen:
Wie stehen Deutsche zu Russen (nicht zu Russland)?
Repräsentative Quotenstichprobe in Deutschland, 1.402 Befragte — Stand April 2023. Eine neuere Erhebung, die nach den Russen statt nach Russland fragt, gibt es bislang nicht.
Russian Field, Befragung in Deutschland (Online-Panel, Quotenstichprobe nach Alter und Geschlecht, Fehlermarge 2,6 %). Die restlichen 4 % machten keine Angabe. Ein Online-Panel ist methodisch schwächer als eine persönliche Befragung — als Größenordnung ist der Befund trotzdem aussagekräftig.
Nur gut ein Viertel der Deutschen steht den Russen negativ gegenüber. Fragt man dagegen nach dem Staat, dreht sich das Bild vollständig: Laut der Forsa-Umfrage für die Körber-Stiftung vom September 2025 sehen über 80 Prozent der Deutschen Russland als militärische Bedrohung, und 59 Prozent befürworten weitere Waffenlieferungen an die Ukraine.
5. Kann man als Deutscher überhaupt noch nach Russland reisen?
Ja. Diese Frage kommt fast immer im selben Atemzug — deshalb hier die kurze, klare Antwort: Es gibt kein Einreiseverbot für Deutsche, kein Ausreiseverbot aus Deutschland und keine rechtliche Hürde, die eine Privatreise unmöglich machen würde. Was es gibt, sind Umwege.
Visum: ja, aber unkompliziert
Für touristische Aufenthalte bis 16 Tage genügt das elektronische Visum — online beantragt, ohne Konsulatstermin. Alles dazu im E-Visum-Leitfaden.
Anreise: nur mit Umstieg
Direktflüge aus der EU gibt es nicht. Üblich sind Istanbul, Belgrad, Dubai oder Baku; Kaliningrad und die Landwege über Finnland sind Sonderfälle. Details im Beitrag Nach Russland fliegen.
Bezahlen: Bargeld statt Karte
Deutsche Kredit- und EC-Karten funktionieren in Russland nicht. Man nimmt Bargeld mit und wechselt vor Ort — unkompliziert, aber man muss es vorher wissen.
Versicherung: prüfen, nicht annehmen
Viele deutsche Policen decken Russland nicht mehr ab. Es gibt Anbieter, die es tun — welche, steht in unserem Versicherungsvergleich.
Was rechtlich gilt — und was nur empfohlen wird
Hier lohnt genaues Hinsehen, weil beides gern vermischt wird:
Die Reisehinweise: eine Empfehlung
Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Russland ab. Reisehinweise sind eine politische Bewertung der Bundesregierung und kein Rechtsakt — sie verbieten nichts. Sie haben aber praktische Folgen, etwa beim Versicherungsschutz, und werden in der öffentlichen Wahrnehmung oft wie ein Verbot gelesen.
Die Sanktionen: ein echtes Verbot — aber für Anbieter
Mit dem 19. Sanktionspaket vom 23. Oktober 2025 hat die EU erstmals auch den Tourismus erfasst: Artikel 5n Absatz 2 der Verordnung 833/2014 untersagt es, Dienstleistungen zu erbringen, die in direktem Zusammenhang mit touristischen Aktivitäten in Russland stehen — Buchung, Planung, Beratung, Vermittlung. Altverträge liefen bis zum 1. Januar 2026 aus.
Wie das in der Praxis aussieht, erzählt am besten jemand, der es gemacht hat: Im Interview weiter oben beantwortet ein Teilnehmer unserer Reise die Frage, ob er wiederkommen würde, mit „Ja, sicher — ich würde länger bleiben“.
Damit ist die Lage bemerkenswert: Russland hat für Deutsche das Visum vereinfacht und sogar einen eigenen Aufenthaltstitel geschaffen — die EU hat im selben Zeitraum ihren eigenen Bürgern den organisierten Weg dorthin verschlossen. Die Beschränkung kommt in diesem Punkt nicht aus Moskau, sondern aus Brüssel. Für unsere Reise- und Beratungsangebote und alles Weitere sprich uns bitte direkt an; wir sagen dir, was aktuell wie möglich ist.
6. Wo es doch unangenehm werden kann — und wie man es vermeidet
Damit dieser Artikel nicht zur Werbebroschüre wird, gehören auch diese Punkte hierher:
Politische Debatten am späten Abend
Ein hitziges Gespräch über Politik kann kippen, besonders wenn Alkohol im Spiel ist. Das ist keine russische Besonderheit — die Wahrscheinlichkeit ist aber höher, weil fast jede Familie persönlich betroffen ist.
Die Rechtslage kennen
In Russland gibt es Straftatbestände zur „Diskreditierung der Streitkräfte“. Sie richten sich nicht speziell gegen Ausländer, gelten aber für alle. Öffentlich, laut und mit Kamera zu politisieren, ist eine schlechte Idee — im Privatgespräch redet man dagegen erstaunlich offen.
Einzelne Wortmeldungen im Fernsehen
In Polit-Talkshows fallen harte Sätze über Deutschland. Das ist ein Medienformat, kein Straßenbild — der Ton dort hat mit dem Umgangston im Alltag wenig zu tun.
Praktische Hürden statt Feindseligkeit
Die echten Schwierigkeiten für Deutsche sind organisatorischer Natur: keine Direktflüge, keine funktionierenden EU-Kreditkarten, Versicherungsfragen. Nicht Ablehnung, sondern Logistik.
7. Wie belastbar sind diese Zahlen — und was sagen andere Institute?
Ein fairer Artikel muss auch die Grenzen seiner Quellen benennen:
- Umfragen in Kriegszeiten haben ein bekanntes Problem: Manche Befragte antworten so, wie sie es für erwartbar halten. Lewada-Direktor Denis Wolkow argumentiert, dass die Teilnahmebereitschaft seit 2022 nicht dramatisch gesunken ist und keineswegs nur Regierungsanhänger antworten — eine gewisse Verzerrung nach oben ist bei politischen Fragen dennoch anzunehmen.
- Das Lewada-Zentrum ist in Russland selbst als „ausländischer Agent“ eingestuft und arbeitet trotzdem weiter. Es gilt international als das methodisch sauberste Institut des Landes — genau deshalb nutzen wir seine Daten und nicht die staatsnaher Institute.
- Alle Werte sind Momentaufnahmen mit einer Fehlermarge von rund ±3,4 Prozentpunkten bei Werten um 50 Prozent, ±2,9 bei Werten um 25 Prozent. Einzelne Ausschläge sollte man nicht überinterpretieren; entscheidend ist die Richtung über mehrere Jahre — und die ist bei Deutschland seit drei Jahren bemerkenswert stabil.
Welche Institute man sonst noch heranziehen kann
Wir haben bewusst mehrere Quellen geprüft, statt uns auf eine zu verlassen. Wer selbst weiterrecherchieren möchte, sollte den Charakter der Institute kennen:
| Institut | Charakter | Brauchbar für |
|---|---|---|
| Lewada-Zentrum (RU) | Unabhängig, seit 2016 als „ausländischer Agent“ eingestuft. Persönliche Interviews, lange Zeitreihen. | Die Hauptquelle dieses Artikels — Haltung zu einzelnen Ländern, Feindbilder, Zeitverläufe. |
| WZIOM und FOM (RU) | Staatsnah bzw. staatlich beauftragt, sehr große Stichproben, wöchentliche Erhebungen. | Innenpolitische Stimmungslage. Bei außenpolitischen Fragen ist ein Bias in Richtung der offiziellen Linie einzukalkulieren — deshalb hier nicht als Beleg verwendet. |
| Russian Field (RU) | Unabhängiges junges Institut, arbeitet mit Telefon- und Online-Befragungen, auch im Ausland. | Die Gegenrichtung: Wie Deutsche über Russen denken (Befragung in Deutschland, 2023). |
| Forsa für die Körber-Stiftung (DE) | Etabliertes deutsches Institut, jährliche außenpolitische Erhebung „The Berlin Pulse“. | Die deutsche Haltung zu Russland als Staat — Bedrohungswahrnehmung, Waffenlieferungen, Friedenstruppen. |
| Deutsche Sacharow-Gesellschaft | Auftraggeberin einer Lewada-Sonderauswertung, veröffentlicht Januar 2026. | Die Aufschlüsselung nach Alter, Region und Mediennutzung — der interessanteste Teil dieses Artikels. |
Zu genau unserer Kernfrage — „Staat oder Mensch?“ — gibt es bei keinem dieser Institute eine direkte Messung. Wir arbeiten deshalb mit Indizien und sagen das offen, statt eine Zahl zu behaupten, die es nicht gibt.
Häufige Fragen
Was denken Russen über Deutsche?
Über die Deutschen als Menschen überwiegend positiv: Deutsche gelten als fleißig, zuverlässig, gebildet und technisch begabt, „deutsche Qualität“ ist bis heute ein Werbeargument. Über den deutschen Staat dagegen negativ: Im Mai 2026 nannten 51 Prozent der Befragten Deutschland als eines der Länder, die Russland feindlich gesinnt sind. Diese Trennung zwischen Regierung und Bevölkerung wird von vielen Russen ausdrücklich und von sich aus benannt.
Unterscheiden Russen zwischen der deutschen Regierung und den Deutschen?
Ja, und zwar sehr bewusst. In den Umfragen wird nach „Deutschland“ als Staat gefragt — gemeint sind Regierung, Sanktionen und Waffenlieferungen. Im persönlichen Kontakt kommt der Satz „gegen euch haben wir nichts, nur gegen eure Regierung“ so häufig, dass er fast ein Standardsatz ist. Auch der russische Staat trennt: Deutschland steht auf der Liste unfreundlicher Staaten, während deutsche Staatsbürger per E-Visum einreisen und seit 2024 sogar mit einem eigenen Erlass (Ukas 702) ohne Sprachtest einwandern können.
Sind Deutsche in Russland willkommen?
Ja. Deutsche Touristen sind selten geworden und werden deshalb eher mit Neugier und Gastfreundschaft empfangen als mit Ablehnung. Von Anfeindungen gegenüber deutschen Reisenden ist uns kein Fall bekannt. Die realen Hürden sind organisatorisch — Anreise, Bezahlen, Versicherung —, nicht menschlich.
Wird Deutschen der Zweite Weltkrieg vorgehalten?
In aller Regel nicht. Die russische Erinnerungskultur unterscheidet sprachlich zwischen den „Faschisten“ von damals und den „Deutschen“ als Volk. Der 9. Mai ist ein Gedenktag für die eigenen Gefallenen, keine Anklage gegen die heutigen Deutschen. Wer sich respektvoll verhält, wird an diesem Tag eher besonders freundlich behandelt.
Wie sehen junge Russen Deutschland?
Deutlich positiver als ältere. Bei den unter 25-Jährigen bewerten 48 Prozent Deutschland positiv, während bei den über 70-Jährigen 70 Prozent negativ urteilen. Ähnlich groß ist der Unterschied nach Mediennutzung: Wer sich vor allem über das Fernsehen informiert, urteilt zu 69 Prozent negativ, wer Telegram und alternative Quellen nutzt, deutlich positiver.
Steht Deutschland schlechter da als andere westliche Länder?
Bei der Frage nach Feindseligkeit ja — im Mai 2026 lag Deutschland mit 51 Prozent erstmals vor den USA (50 %) und der Ukraine (48 %). Bei der Frage nach der eigenen Haltung liegt Deutschland dagegen im westlichen Mittelfeld: 25 Prozent positiv, mehr als die EU insgesamt (23 %), Großbritannien (20 %) und Polen (19 %), aber weniger als die USA (34 %).
Kann man als Deutscher überhaupt noch nach Russland reisen?
Ja. Es gibt kein Einreiseverbot für Deutsche und keine rechtliche Hürde für eine Privatreise. Für touristische Aufenthalte bis 16 Tage genügt das elektronische Visum, das online beantragt wird. Direktflüge aus der EU gibt es allerdings nicht — man reist über Istanbul, Belgrad, Dubai oder Baku an. Deutsche Bankkarten funktionieren nicht, man nimmt Bargeld mit. Das Auswärtige Amt rät von Reisen ab; das ist eine Empfehlung, kein Verbot, hat aber Folgen für den Versicherungsschutz.
Wie werden deutsche Besucher in Russland behandelt?
Überwiegend ausgesprochen freundlich. Deutsche Touristen sind selten geworden, und wer trotz Reisewarnung und Umsteigeflug kommt, gilt für viele Russen automatisch als jemand, der sich ein eigenes Bild machen will — also gerade nicht als Vertreter der abgelehnten Politik. Typische Reaktionen sind Neugier, lange Gespräche und Einladungen, nicht Ablehnung.
Wie sehen Deutsche umgekehrt die Russen?
Ähnlich zweigeteilt. In einer Befragung von Russian Field in Deutschland (2023) standen 22 Prozent der Deutschen den Russen positiv gegenüber, 46 Prozent neutral und nur 28 Prozent negativ. Fragt man dagegen nach dem russischen Staat, sehen laut Forsa für die Körber-Stiftung (September 2025) über 80 Prozent der Deutschen Russland als militärische Bedrohung. Die Lücke zwischen „Staat“ und „Menschen“ existiert also auf beiden Seiten.
Ist es als Deutscher gefährlich, nach Russland zu reisen?
Wegen der Nationalität nicht. Die Vorsichtsregeln sind dieselben wie für alle Ausländer: nicht öffentlich politisieren, keine militärischen Objekte fotografieren, Meldepflichten einhalten. Eine ausführliche Einordnung steht in unserem Beitrag zur Sicherheit für Ausländer in Russland.
Gibt es überhaupt noch deutsche Touristen in Russland?
Ja, aber wenige — die Zahl ist gegenüber der Zeit vor 2022 stark eingebrochen, vor allem wegen fehlender Direktflüge, komplizierter Bezahlung und der Reisehinweise des Auswärtigen Amts. Wer kommt, reist meist über Istanbul, Belgrad, Dubai oder Kaliningrad an, häufig in kleinen begleiteten Gruppen.
Warum sind die Umfragewerte so negativ, obwohl der Alltag freundlich ist?
Weil beides Verschiedenes misst. Die Umfrage misst die Haltung zu einem Staat, den man aus den Nachrichten kennt; der Alltag misst die Begegnung mit einem Menschen, der vor einem steht. Dass die Werte stark von Alter und Mediennutzung abhängen und sich binnen zwei Monaten um 14 Punkte verschieben können — wie beim US-Wert 2025 —, spricht dafür, dass hier Politik bewertet wird und nicht ein Volk.
Selbst hinfahren ist die ehrlichste Antwort
Keine Umfrage ersetzt die eigene Erfahrung. Wir organisieren begleitete Reisen nach Russland mit deutschsprachiger Begleitung und helfen beim Visum — und beantworten vorher jede Frage, auch die unbequemen.
Begleitete Reisen ansehenFrage kostenlos stellenSicherheit für AusländerQuellen: Lewada-Zentrum, „Vorstellungen der Russen von freundlichen und unfreundlichen Ländern“ (Erhebung 20.–28. Mai 2026, n = 1.607); Lewada-Zentrum, „Einstellung zu den USA, der EU, Deutschland, Großbritannien, Polen und der Ukraine im Oktober 2025“ (Erhebung 28.10.–06.11.2025, n = 1.606, Fehlermarge ±3,4 %); Lewada-Auswertung für die Deutsche Sacharow-Gesellschaft, veröffentlicht Januar 2026 (Aufschlüsselung nach Alter, Region und Mediennutzung, n = 1.612); Erlass des Präsidenten der Russischen Föderation Nr. 702 vom 19.08.2024 und die Länderliste vom September 2024; Wortprotokoll des Deutschen Bundestages zur Rede vom 25.09.2001; Aussagen beim Petersburger Wirtschaftsforum im Juni 2026 nach Agenturberichten (TASS) und deutscher Berichterstattung; Verordnung (EU) 833/2014 in der Fassung des 19. Sanktionspakets vom 23.10.2025 (Art. 5n Abs. 2); Deutscher Bundestag zur Arbeit des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Russischen Föderation; Antragszahlen nach Angaben des russischen Innenministeriums (Stand Mai 2025); Russian Field, Befragung in Deutschland vom 04.04.2023 (n = 1.402, Quotenstichprobe nach Alter und Geschlecht, Fehlermarge 2,61 %); Forsa im Auftrag der Körber-Stiftung, „The Berlin Pulse“, Erhebung September 2025 (n = 1.503 Wahlberechtigte in Deutschland). Die Einordnung der Alltagserfahrungen beruht auf Rückmeldungen von Teilnehmern unserer Reisen und deutschsprachigen Auswanderern und ist als solche keine repräsentative Erhebung.